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Judo Geschichte

Geschichte des Judo

Historisches Judo in Japan

Während des Feudalismus wurde in Japan eine Vielzahl verschiedener Kampfkünste praktiziert. Bei den meisten war die Verwendung von Lanzen, Schwertern, Dolchen und anderen Waffen üblich.

Die Meister dieser Kampfkünste waren Mitglieder der Samurai (eine Kriegerkaste). Die Samurai hatten im Tokugawa-Shogunat einen Beamtenstatus. Jeder Meister hatte seinen Dojo und die Schüler eines Meisters waren ihm zur Treue verpflichtet. Das heißt, sie durften die Stile der anderen Meister nicht erlernen.

Ein echter Samurai trennte sich niemals von seiner Waffe, denn er erachtete es als unter seiner Würde mit bloßen Händen zu kämpfen. Doch konnten ihm die Kenntnisse des Kampfes mit bloßen Händen auf dem Kampffeld oder in den Gemächern eines Schlosses, die mit dem Schwert zu betreten, streng verboten war, unschätzbare Dienste leisten. Die Erfindung des Yoroikumiuchi ("Zweikampf in Rüstungen") wird Sakaeda Muramaro, einem Aristokraten der Nara-Epoche (710-784) zugeschrieben. Doch in Wirklichkeit handelt es sich dabei um eine alte Kunst, deren Aufblühen sich erst später im 11. bis 15. Jahrhundert vollzog.

Die Kampftechnik war für das Zusammentreffen von Gegnern ohne Waffen bestimmt. Sie war noch recht einfach und umfasste einen kleinen Komplex von Griffen und Würfen, die später in die verschiedenen Jujutsu-Schulen aufgenommen wurden. Selbstverständlich war die Anwendung von Faustschlägen und Fußtritten nicht untersagt, doch in der Regel konnte man durch die Rüstung eher der eigenen Hand oder dem eigenen Fuß Schaden zufügen, als dem Gegner. Die Erfinder des Yoroikumiuchi nutzten wirksam alle Besonderheiten in der Bewaffnung des Samurai aus. So konnte man z. B. den Metallring zur Befestigung des Köchers an der Rückseite der Rüstung als bequemen Handgriff bei der Ausführung eines Wurfes nutzen.

Interessant sind die in einigen Quellen erhalten gebliebenen Erinnerungen an die Schule Shoshoryu, die eine gewisse Parallele zu einigen Richtungen des chinesischen Kempo und des Okinawa'schen Karate erlauben. Die Spezifikation dieser Schule bestand darin, dass sie eine außerordentlich starke Durchschlagskraft der Hand entwickelte, die in der Lage war, die Panzerung einer Rüstung zu durchschlagen.

In der Tokugawa-Epoche, einer langen Friedensperiode, in der sich die Samurai ihren Lieblingsbeschäftigungen widmen und über die Kampfkünste nachdenken konnten, erreichte die Anzahl der Jujutsu-Schulen, dem Nachfolger des Yoroikumiuchi, Rekordziffern. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren die Jujutsu-Schulen allmählich an Popularität und machten neuen Strömungen wie Judo, Aikido und Karate Platz. Heute ist in Japan eine Art "Jujutsu-Boom" zu beobachten, der im Wiederauftauchen einer Vielzahl alter und neuer Schulen (z. B. dem Hakkoryu) zum Ausdruck kommt. Das Interesse der Jugend an dieser "rein japanischen" Zweikampfsportart spricht für den deutlichen Trend der Bewahrung der nationalen geistigen Werte, die verstärkt den aus dem Westen und Osten eingeführten Gebräuchen entgegengestellt wird.

Judo ab 1900

Der rechtmäßige Erbe und Nachfolger des Jujutsu bleibt das Judo. Seine Geschichte begann nicht zufällig in einer Epoche großer politischer und ökonomischer Veränderungen in Japan.

Im Jahre 1868 brach nach dreihundertjähriger Regierung das Tokugawa-Shogunat zusammen. Es fielen die undurchdringlichen Mauern der Gesetze, die das Land gegenüber allen Kontakten mit Ausländern abschirmten. Aus den Industrienationen wurde Japan nun durch einen Strom wissenschaftlich-technischen Wissens überschwemmt, der schnell aufgenommen und in der Praxis angewandt wurde. Es zerfiel das alte, feudale Souveränitätssystem und mit ihm auch die Samurai-Clans.

Im Zusammenhang mit der Schaffung einer regulären Armee wurden die den Fürsten unterstehenden Samurai-Abteilungen 1877 aufgelöst. Doch viele Samurai wollten ihren Beruf nicht ändern. Die Jujutsu-Schulen (ca. 700) wuchsen wie Pilze aus dem Boden und die verschiedenen Richtungen und Schulen traten untereinander in einen erbitterten Konkurrenzkampf. Neben den echten Meistern traten dabei auch Scharlatane und Dilettanten auf, die das Jujutsu in Verruf brachten. Das Wiederaufleben und damit die Rettung der alten Kampfkünste vor Schmach und Vergessenheit verdanken wir Prof. Dr. med. Erwin Bälz (1849-1913). Geboren im württembergischen Bietigheim, ging als Mediziner und Anthropologe an die kaiserliche Universität in Tokio, wo er nach einiger Zeit sogar Leibarzt des Kaisers wurde. Negativ fiel ihm auf, dass der Gesundheitszustand seiner Studenten sehr zu wünschen ließ. Dies führte er vor allem auf die mangelnde sportliche Betätigung zurück. Er ermutigte sie daher, die alten Kampfkünste zu erlernen. Einer seiner Studenten, Jigoro Kano (1860-1938), nahm diese Idee begeistert auf.

Jigoro Kano

Jigoro Kano, der Vater des modernen Judo, wurde im Jahre 1860 in dem kleinen, am Meer gelegenen Städtchen Mikage, unweit von Kobe, geboren.

Als Abkömmling eines armen Samurai-Clans zeigte er schon frühzeitig eine Neigung zu den Humanwissenschaften. Er war arbeitsam und beharrlich. Nach der Meiji-Revolution zog seine Familie im Jahre 1871 nach Tokio. Kano, der eine Mittelschule absolviert hatte, begann an der Kaiserlichen Universität in Tokio zu studieren.

Der Entschluss, sich dem Jujutsu zu widmen, kam ihm erst im Alter von 18 Jahren, in einem Alter also, das für die Aufnahme des Trainings in irgendeiner Sportart schon recht hoch ist. Trotzdem verstand es Kano, der keineswegs über ideale körperliche Voraussetzungen verfügte, in kurzer Zeit die schwierige Technik der Griffe und Würfe zu erlernen.

Die Grundlage der Meisterschaft eignete sich Kano bei einem zwar nicht schlechten, aber doch recht mittelmäßigen Lehrer namens Yagi Teinosuke an. Später setzte er seine Studien bei so anerkannten Autoritäten wie Fukuda Hachinosuke und Iso Masatomo aus der Schule Tenshin shinyoryu, sowie auch bei Ikubo Tsunetoshi aus der Schule Kitoryu fort.

Nach Abschluss seines Universitätsstudiums trat Kano in die Hochschule für Adlige ein, eine privilegierte Lehranstalt, die den Zugang zu den wichtigen Staatsämtern öffnete. Trotz allem aber siegte in ihm die Liebe zu den Kampfkünsten. Er suchte ein Prinzip, das sowohl bei den Wurftechniken als auch bei den Schlagtechniken gilt. Als all den Techniken zu Grunde liegendes Prinzip formulierte Kano 'den effizientesten Gebrauch der physischen und psychischen Energie'. Kano untersuchte alle ihm bekannten Jujutsu-Techniken auf Einhaltung dieses Prinzips.

Die Techniken, die nicht diesem Prinzip gehorchten, verwarf er und ersetzte sie durch Techniken, die dem entsprachen. Die Gesamtheit dieser Techniken fasste Kano unter dem Begriff Judo zusammen. Der Begriff Judo ist keine Erfindung von Kano, er wurde bereits in der Tokgawa-Epoche verwendet und bezeichnete den Stil einiger der vielen Jujutsu-Schulen. Kano wählte den Begriff Judo, um diesen Stil von dem klassischen Jujutsu zu unterscheiden.

1922 besuchte Kano die Jujutsu-Schule Erich Rahn's in Deutschland und 1928 als Mitglied des IOC die Olympischen Spiele in Amsterdam. 1938 nimmt Kano an der IOC-Sitzung in Kairo teil und schlägt dort Tokio als Austragungsort der 12. Olympischen Spiele vor. Auf der Rückreise stirbt Kano am 4. Mai auf See an einer Lungenentzündung.

Judo der sanfte Weg

Judo, die sanfte Verteidigung, wurde 1882 von Jigoro Kano in Japan gegründet. Er nahm aus verschiedenen Verteidigungsarten die gefährlichsten Teile heraus und entwickelte so eine Sportart, in der es möglich ist, den Partner mit fairen Mitteln zu besiegen. Viele Psychologen und Ärzte empfehlen das Judotraining nicht nur als Ausgleich für mangelnde Bewegung, sondern auch zur Hebung des Selbstvertrauens und zur Stärkung der Persönlichkeit! Haltungsschäden können mit regelmäßigem Judo-Training nicht nur vermieden, sondern auch gezielt behoben werden.

Weitere Vorteile:
Training fast aller Muskelgruppen
Abbau von Aggressionen auf natürliche Weise
Kameradschaftsgefühl
Selbstverteidigung
Geistige und körperliche Disziplin
Zielgerechter Einsatz des Bewegungsdrangs von Kindern
Höheres Selbstwertgefühl

Warum Judo?

Im Wechsel von Angriff und Verteidigung, also von Aktion und Reaktion, wird versucht, das Gleichgewicht des Partners oder der Partnerin zu brechen. Dabei kommt, je nach persönlichem Leistungsstand des Kämpfenden, die erlernte Wurf-, Hebel-, Würge- oder Festhaltetechnik zum Einsatz. So ist Judo eine Sportart, die auf Jung und Alt große Reize ausübt.

Es geht um die hohe Kunst der Körperbeherrschung und des Sich-Einstellens auf die Bewegungen des Partners und dabei dennoch bewusst und gezielt eigene Techniken auszuführen. Der Weg zu den zehn Meistergraden (Dan-Grade) führt über die neun Schülergrade (Kyu-Grade). Neben den faszinierenden Wettkämpfen, bei denen ein Kampf je nach Altersstufe 3-5 Minuten dauert, gibt es im Judo auch die Form der Kür (Kata), dabei werden nach Form und Schönheit der Bewegungsabläufe die Wertungen gegeben. So haben im Judo auch Menschen in der Zweiten Lebenshälfte noch vielfältige Möglichkeiten, einen persönlichen Weg des Lernens zu beschreiten.

Die Entwicklung des Judo

Das heutige Judo geht auf Jigoro Kano (1860-1938) zurück. Aus den verschiedensten Stilrichtungen des Jiu-Jitsu sammelte er das, was ihm am geeignetsten erschien und kombinierte neue Techniken. So gründete er im Jahr 1882 seine Judoschule namens Kodokan, was soviel heißt, wie "Schule für das Studium des Weges". Der Kodokan besteht in Japan noch heute und gilt weltweit als Zentrum für Judo. Kodokan Judo Institute 

1906 kamen japanische Kriegsschiffe zu einem Freundschaftsbesuch nach Kiel. Die Gäste führten dem deutschen Kaiser ihre Nahkampfkünste vor. Wilhelm II. war begeistert und ließ seine Kadetten in der neuen Kampfkunst unterrichten. Der damals bedeutendste deutsche Schüler war der Berliner Erich Rahn, der im Jahre 1906 die erste deutsche Jiu-Jitsu-Schule gründete.

Weitere Pioniere im Judo sind Alfred Rhode und Heinrich Frantzen (Köln). 1926 fanden in Köln im Rahmen der 2. Deutschen Kampfspiele die ersten Deutschen Judo (Jiu-Jitsu)-Meisterschaften statt. 1932 wurde im Frankfurter Waldstadion die erste internationale Judo-Sommerschule durchgeführt. Anlässlich dieser Judo-Sommerschule wurde am 11. August 1932 der Deutsche Judo-Ring gegründet. Erster Vorsitzender wurde Alfred Rhode.

Der Begriff Judo setzte sich, wie schon im restlichen Europa, auch in Deutschland durch. 1933 besuchte Jigoro Kano mit einigen Schülern auf einer Europareise auch Deutschland und gab Lehrgänge in Berlin und München.

Im August 1933 wurde Judo von den Nationalsozialisten in das Fachamt Schwerathletik des Deutschen Reichsbundes eingegliedert und verlor damit seine Eigenständigkeit. Die letzten Deutschen Meisterschaften in der NS-Zeit fanden 1941 in Essen statt. Die ersten Judo-Europameisterschaften wurden 1934 im Kristallpalast in Dresden ausgerichtet. 1975 in München war das Geburtsjahr der ersten Frauen-Europameisterschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Judo bis 1948 durch die Alliierten verboten. 1951 fanden in Frankfurt die ersten Deutschen Meisterschaften nach dem Zweiten Weltkrieg wieder statt. 1952 wurde das Deutsche Dan-Kollegium (DDK) (Vorsitz: Alfred Rhode) und 1953 der Deutsche Judobund (Vorsitz: Heinrich Frantzen) ins Leben gerufen. 1958 gründete sich der Deutsche Judoverband in der DDR. Ende 1990 schloss sich der der Deutsche Judoverband dem Deutschen Judo-Bund an, der heute als einziger nationaler Verband vom Kodokan anerkannt ist. 1970 wurden in Rüsselsheim die ersten Deutschen Meisterschaften der Frauen ausgerichtet.

Olympische Disziplin

Yvonne Bönisch (Athen 2004)

Bei den Olympischen Spielen in Tokio 1964 war Judo erstmals als olympischer Sport zu sehen. Zu diesem Anlass brachten die Deutsche Bundespost und auch die Deutsche Post der DDR eine 20-Pfennig-Briefmarke mit Judomotiv heraus.

1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt wurde Judo zunächst wieder aus dem olympischen Programm gestrichen.

Seit 1972 bei den Olympischen Spielen in München gehört Judo beständig zum Olympischen Programm. War Judo zunächst eine Männerdomäne, so wurde 1988 Frauen-Judo bei den Olympischen Spielen in Seoul als Demonstrationswettbewerb vorgestellt. Seit den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 ist auch Frauen-Judo im olympischen Programm.

1956 fanden in Tokio die ersten Weltmeisterschaften statt. Damals gab es allerdings nur eine offene Gewichtsklasse. 1961 bei den dritten Weltmeisterschaften in Paris wurden dann erstmals Gewichtsklassen eingeführt. Dort gelang es dem Niederländer Anton Geesink erstmals, die Vormachtstellung der Japaner zu brechen und die japanischen Judoka zu besiegen.

Im Jahre 1988 war Judo erstmals bei den Paralympics in Seoul mit dabei.

Seit 2004 in Athen gibt es auch Frauen-Judo im Programm der Sommer-Paralympics. Judo wird bei diesen Spielen von Blinden und Menschen mit geringem Sehvermögen praktiziert. Die paralympischen Athleten folgen denselben Regeln wie die Nichtbehinderten. Eventuelle Defizite werden durch zusätzliche Regelungen ausgeglichen. So besteht ein wesentlicher Unterschied darin, dass sich die Kämpfer und Kämpferinnen zur besseren Orientierung vor Kampfbeginn berühren dürfen.

International glänzt Deutschland mit Athleten wie den Olympia-Goldmedaillengewinnern Ole Bischof (Peking 2008), Yvonne Bönisch (Athen 2004) , Udo Quellmalz (Atlanta 1996) und Frank Wieneke (Los Angeles 1984) sowie dem Olympiadritten Richard Trautmann (Barcelona 1992 / Atlanta 1996),der heute Bundestrainer U20 und U23 ist.

Graduierungen, Gürtel & Begriffe aus dem Judo

An der Gürtelfarbe kann man den Ausbildungsstand eines Judoka erkennen. Dies ist jedoch eine relativ neue Entwicklung im Judo der westlichen Welt, während in Japan bis einschließlich zum 5. Dan nur weiße, braune und schwarze Gürtel getragen werden. Prüfungen sind aber keine Pflicht. Jeder Anfänger beginnt mit einem weißen Gürtel. Nach entsprechender Trainingszeit kann er eine Prüfung vor einer Prüfungskommission ablegen, in der er einfache Falltechniken und Wurftechniken demonstriert. Nach bestandener Prüfung erhält der Judoka das Recht und die Pflicht, den entsprechenden Gürtel zur Judokleidung, dem Judogi, zu tragen. Judo-Meister tragen bei Wettkämpfen auch über den 5. Dan hinaus ausschließlich den schwarzen Gürtel.

Philosophische Bedeutung der Gürtelfarben

 

Weiß: Der Schnee liegt auf der Landschaft. Der Lehrer sieht den Schüler nicht. Der Schüler sieht die Lehre nicht.
Gelb: Der Schnee schmiIzt, die harte gefrorene Erde leuchtet gelb. Der Lehrer sieht nicht, ob der Schüler fruchtbar ist. Der Schüler sieht nicht, ob aus dieser Lehre für ihn Frucht wachsen wird.
Orange: Die fruchtbare Erde leuchtet in der roten Abendsonne. Der Lehrer sieht noch keine Frucht. Der Schüler keimt, kann aber noch nichts.
Grün: Ein Pflänzchen kommt? Der Lehrer sieht - der Schüler versteht. Der Schüler erkennt die Wirkung der Lehre.
Blau: Die Baumkrone reicht in den Himmel. Der Lehrer sieht das Leben seines Samens. Der Schüler erlebt die Tiefe der Lehre.
Braun: Der Baum hat feste Borke. Der Lehrer sieht den Beginn selbständigen Lebens. Der Schüler sieht, fest geworden, den ersten Gipfel in der Ferne.
Schwarz: Das Wandeln der Stille. Der erste DAN bedeutet den Anfang und Ausgangspunkt für die weitere Lehre.

 

Kyu-Grade (Schülergürtel)

 

Grad9. Kyu8. Kyu7. Kyu6. Kyu5. KyuNameKu-kyuHachi-kyuShichi-kyuRoku-kyuGo-kyuFarbeweißweiß-gelbgelbgelb-orangeorange    4. Kyu3. Kyu2. Kyu1. Kyu    Shi-kyuSan-kyuNi-kyuIchi-kyu    orange-grüngrünblaubraun

 

Dan-Grade (Meistergürtel)

 

Grad1. Dan2. Dan3. Dan4. Dan5. DanNameSho-danNi-danSan-danYon-danGo-danFarbeschwarzschwarzschwarzschwarzschwarz    6. Dan7. Dan8. Dan9. Dan10. Dan    Roku-danNana-danHachi-danKu-danJu-dan    rot-weißrot-weißrot-weißrotrot

 

Gürtel oberhalb des 5. Dan (Großmeistergürtel) können nicht durch Ablegen einer Prüfung erreicht werden. Sie werden ausschließlich verliehen. Auch der 2. bis 5. Dan-Grad können verliehen werden. Für das Erlangen des 1. Dans jedoch ist in eine Prüfung Pflicht.

Über die Entstehung der Gürtelfarben wird oft die folgende Geschichte erzählt:

In früheren Zeiten begann der Schüler sein Training mit einem weißen Gürtel aus Baumwolle. Da das Training meist im Freien stattfand, färbte sich der Gürtel im Laufe der Jahre durch Staub und Schweiß immer dunkler. War der Schüler dann selber zum Meister gereift, hatte der Gürtel inzwischen eine schwarze Farbe angenommen.

Gokyo-Wurfgruppen

Die Pflichtwürfe bei einer Dan-Prüfung.

1. Gruppe: De Ashi Barai, Hiza Guruma, Sasae Tsuri Komi Ashi, Uki Goshi, O Soto Gari, O Goshi, O Uchi Gari, Seoi Nage
2. Gruppe: Ko Soto Gari, Ko Uchi Gari, Koshi Guruma, Tsuri Komi Goshi, Okuri Ashi Barai, Tai Otoshi, Harai Goshi, Uchi Mata
3. Gruppe: Ko Soto Gake, Tsuri Goshi, Yoko Otoshi, Ashi Guruma, Hane Goshi, Harai Tsuri Komi Ashi, Tomoe Nage, Kata Guruma
4. Gruppe: Sumi Gaeshi, Tani Otoshi, Hane Maki Komi, Sukui Nage, Utsuri Goshi, O Guruma, Soto Maki Komi, Uki Otoshi
5. Gruppe: O Soto Guruma, Uki Waza, Yoko Wakare, Yoko Guruma, Ushiro Goshi, Ura Nage, Sumi Otoshi, Yoko Gake

judoinfo.com/new/techniques/throwing-techniques/95-traditional-40-throws-gokyo-no-waza(Beschreibung in englisch)

Nage No Kata

Kata für die erste Dan-Prüfung.

1. Te Waza: Uki Otoshi, Seoi Nage, Kata Guruma
2. Koshi Waza: Uki Goshi, Harai Goshi, Tsuri Komi Goshi
3. Ashi Waza: Okuri Ashi Barai, Sasae Tsuri Komi Ashi, Uchi Mata
4. Ma Sutemi Waza: Tomoe Nage, Ura Nage, Sumi Gaeshi
5. Yoko Sutemi Waza: Yoko Gake, Yoko Guruma, Uki Waza

http://www.youtube.com/watch?v=A7hDH_KHf9o (japanischer Kommentar)

Vorurteile

Für Judo bin ich nicht sportlich genug

Judo ist in erster Linie ein Breitensport. Man muss dafür nicht sportlicher sein als zum Beispiel für Schwimmen, Radfahren oder Jogging. In den Anfängergruppen werden Kondition und Beweglichkeit nicht vorausgesetzt, sondern nach und nach aufgebaut. Niemand wird überfordert, denn Judo soll vor allem Spaß machen.

Judo ist eine harte Sportart

Judo-Neulinge werden zunächst kontinuierlich in die hohe Kunst der Fallschule eingeführt, die auch außerhalb der Judomatte gut zu gebrauchen ist. Erst wer fallen kann ohne sich weh zu tun, lernt die ersten leichten Würfe.

Für Judo bin ich nicht kräftig genug

Judo bedeutet "Der sanfte Weg." Nicht Kraft ist das Grundprinzip, sondern Technik. Die Kraft des Gegners wird geschickt ausgenutzt, sein Gleichgewicht wird gebrochen und die eigene Kraft wird auf den schwächsten Punkt des Gegners konzentriert. Deshalb kann man mit Judo auch einen größeren und stärkeren Gegner bezwingen: Siegen durch Nachgeben.

Judo ist für Kinder ungeeignet

Judo ist im Gegenteil ein idealer Sport für Kinder und Jugendliche. Unter der Obhut von qualifizierten Trainern können sie sich spielerisch austoben. Ganz nebenbei erzieht Judo sie zu sportlichem Verhalten und Kameradschaftlichkeit, stärkt ihr Selbstbewusstsein und hilft ihnen, sich im täglichen Leben zu behaupten.

Judo ist eine gefährliche Sportart

Statistiken belegen, dass die Verletzungsgefahr beim Judo sehr gering ist, viel geringer als zum Beispiel bei Ballsportarten. Beim Judo-Breitensport sind größere Verletzungen sogar äußerst selten.

Für Judo bin ich schon zu alt

Auch wenn man sich nicht mehr jung genug fühlt, um an großen Wettkämpfen teilzunehmen - um Judo zu erlernen, ist man nie zu alt. Als Breitensport bietet Judo selbst Senioren die Möglichkeit, sich körperlich fit zu halten.

Judo macht aggressiv

Das genaue Gegenteil ist der Fall. Von fernöstlicher Mentalität geprägt, zwingt Judo die Sportler zu Fairness und Selbstdisziplin. Das ethische Prinzip des Judo ist gegenseitiges Helfen und Verstehen. Es geht nicht darum, einen Gegner zu bezwingen, sondern das Ziel ist ein Kräftemessen mit dem Partner. Jemand, der meint, Judo lernen zu müssen, um die dort erlernten Techniken bei der nächsten Prügelei anwenden zu können, ist mit Sicherheit falsch bei uns! Im übrigen sind die Judotechniken hierfür auch gar nicht so gut geeignet, wie im Allgemeinen angenommen wird.

Der Deutsche Judo Bund (DJB) hat die Werte, die durch die Ausübung und das Erlernen des Judo vermittelt werden, anschaulich auf seiner Site dargestellt.


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