Öffungszeiten : Mo., Mi. & Fr. 11:00 - 12:00 / Di. & Do. 18:00 - 19:00

Telefon : +49 2247 75144

Karate Geschichte

Karate Do - Der Weg der Leeren Hand

Dies ist die wörtliche Übersetzung des Begriffes aus dem Japanischen. Das Karate Do, das wir heute betreiben, ist aus einer langen Entwicklung hervorgegangen. Philosophische Einflüsse spielen darin eine wichtige Rolle, und heute suchen viele Karateka statt des Erfolges im Wettkampf wieder den eigentlichen Sinn des Karate Do: Die "leere Hand" symbolisiert die Besinnung auf sich selbst statt auf Sportgeräte oder Waffen. Der "Weg" ist das in der asiatischen Philosophie immer wiederkehrende Bild von der lebenslangen und bewussten Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Karate als Kampfkunst entstand auf der südlich von Japan gelegenen Inselgruppe Okinawa. Dort gab es einheimische Meister, die das waffenlose Kämpfen perfektioniert hatten. Ab dem 17. Jahrhundert, als Okinawa von den Japanern beherrscht wurde, wurde die Kampfkunst im Geheimen weiterbetrieben und auch gegen die Besatzer eingesetzt. Durch regen kulturellen Austausch mit China gelangten auch die Chinesischen Kampfkünste, deren Ursprung sich bis ins Shaolin-Kloster zurückverfolgen lässt, nach Okinawa. Wesentlich waren hier die Übungsformen der verschiedenen Kata, in denen die Meister ihren Kampfstil und Elemente der Selbstverteidigung als formale Übung verschlüsselten und an ihre Schüler weitergaben. Diese Übungsformen haben sich bis heute erhalten.

Erst vor etwa 100 Jahren wurde Karate von einer geheimnisumwitterten Kampfkunst zu einer Sportart, die zunächst der körperlichen Ausbildung der Schüler auf Okinawa diente. Ab 1920 wurde Karate durch Meister aus Okinawa auch in Japan verbreitet. Allen voran war Gichin Funakoshi, der einmal sagte:"Auf den südlichen Meeren gelangte eine wunderbare Kampfkunst. Sie heisst Karate. Zu meinem großen Bedauern verfiel diese Kunst, und ihre Weitergabe ist zweifelhaft. Wer wird die große Aufgabe übernehmen, damit sie wieder aufgebaut wird und überlebt? Diese Aufgabe will ich übernehmen. Wer wird es sonst tun, wenn ich es nicht tue? Ich blicke in den blauen Himmel..." Seit den 1950er Jahren wird Karate, ausgehend von Japan, als Wettkampfsportart betrieben und fand dabei seine weltweite Verbreitung. Dazu wurden der Freikampf entwickelt, der zum Ziel hat, den Gegner zwar nicht zu verletzen, aber ihn zu besiegen, und die Wettkampf-Kata, die nach Punkten (ähnlich wie beim Turnen) bewertet wird. Damit sind aber die philosophischen Grundlagen und die der Gesundheit dienenden Übungsformen, die Karate Do als Sport fürs Leben auszeichnen, ins Hintertreffen geraten. Deshalb wird heute von vielen Meistern wieder die traditionelle Übungsform, die Kata, in den Vordergrund des Übens gestellt. Sie hat sich über die Jahrhunderte erhalten und bietet reichlich Übungsstoff für Körperschulung, Atmung, Kondition und Selbstverteidigung. In diesem Sinn verstehen auch wir das Karate Do.


Copyright © TSV Seelscheid 2021. | Realisiert von Development4u & Vohl Software